Wirtschaft

Wirtschaftstag Japan 2006
- Facetten des Sports in Japan und Deutschland-

Am 19. Mai fand zum fünften Mal in Folge der Wirtschaftstag Japan als ein zentraler Bestandteil des Japan-Tages Düsseldorf/ NRW statt. Die Wirtschaftskonferenz zum Thema „Wirtschaft, Wissenschaft, Weltmeisterschaft“ - Facetten des Sports in Japan und Deutschland“ fand mit 285 Teilnehmern auch in diesem Jahr erneut großen Zuspruch. Experten aus unterschiedlichen Bereichen schilderten ihre Erfahrungen und thematisierten die unterschiedlichen Effekte des Sports.


Pressegespräch (von links nach rechts):
Dr. Ruprecht Vondran (Deutsch-Japanischer Wirtschaftskreis e.V.), Wilfried Kruse (Stadt Düsseldorf); Generalkonsul Toshio Kunikata (Japanisches Generalkonsulat Düsseldorf); Gouverneurin Akiko Domoto (Präfektur Chiba) mit Dolmetscherin; Reiner Calmund (NRW-Botschafter der Fußball-WM 2006)

In einem Pressegespräch im Vorfeld der Veranstaltung betonten Staatssekretär Dr. Jens Baganz, Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Generalkonsul Toshio Kunikata, Japanisches Generalkonsulat Düsseldorf, und Wilfried Kruse, Wirtschaftsdezernent der Stadt Düsseldorf, die Bedeutung der japanischen Unternehmen am Standort NRW und Düsseldorf. Derzeit haben 523 japanische Unternehmen ihren Sitz in NRW. Sie beschäftigen rund 22.000 Mitarbeiter und setzen jährlich mehr als 33 Milliarden Euro um. Im vergangenen Jahr konnten 13 Neuansiedlungen japanischer Unternehmen in NRW realisiert werden.

Als besonderen Gast konnten die Veranstalter die Gouverneurin der Präfektur Chiba, Akiko Domoto, begrüßen. Die Präfektur Chiba war die Partnerregion des diesjährigen Japan-Tages. Die Präfektur Chiba unterhält gute und enge Beziehungen zur Stadt Düsseldorf.
Die Gouverneurin wies dem Sport, insbesondere dem Fußball, eine zentrale Rolle als Wirtschaftsfaktor und darüber hinaus ein nicht zu unterschätzendes Potenzial als Mittler zwischen den Menschen und Kulturen zu. 2002 wurde in Japan und Korea die Fußball-WM ausgetragen. Der wirtschaftliche Effekt wird mit 13 Milliarden Euro beziffert. Die Fußball-WM in Deutschland wird sich Schätzungen zu Folge mit 3,5 Milliarden Euro auf die japanische Wirtschaft auswirken.
Als 2002 die Fußball-WM in Japan und Korea ausgetragen wurde, war das politische Verhältnis zwischen Japan und Korea nicht spannungsfrei. Durch die Begegnung der Fans in beiden Ländern und den verbindenden Geist der WM konnte das Verhältnis nachhaltig verbessert werden. Die Einreisebedingungen wurden in beiden Ländern erleichtert, japanische Pop-Musik fand und findet seit der WM ein begeistertes Publikum in Korea und ein koreanisches TV-Drama erzielt in Japan höchste Einschaltquoten.

Reiner Calmund, NRW Botschafter der Fußball-WM, schloss sich der Einschätzung der Gouverneurin an und hielt ein eindrucksvolles Plädoyer für die Faszination, die generell von einer Fußball-WM ausgeht. Sie „ist eine Initialzündung für Gemeinschafts- und Wir-Gefühl, sie vermittelt Aufbruchstimmung und Optimismus,“ so Reiner Calmund. Die WM wird in 215 Länder übertragen, kumuliert 30-40 Milliarden Fernsehzuschauer weltweit, versammelt 3,2 Millionen Stadienbesucher und eine Besucherzahl im zweistelligen Millionenbereich beim Public Viewing. Durch die WM ist eine Steigerung des BIP von ca. 10 Milliarden Euro zu erwarten, temporär werden 60.000 Arbeitsplätze geschaffen, nachhaltig 15.000. Vor dem Hintergrund dieser imposanten Zahlen schlug Reiner Calmund eine Brücke zu den Unternehmen. Genauso wie im Fußball gehe es auch hier darum, Ziele zu setzen, zu verfolgen und zu erreichen. Kompetenz und Leidenschaft sei in beiden Bereichen der Schlüssel zum Erfolg, so der WM Botschafter.

Prof. Dr. Gert-Peter Brüggemann von der Deutschen Sporthochschule in Köln referierte über die vielfältigen Möglichkeiten einer zukunftsorientierten Symbiose von Wirtschaft, Sport und Wissenschaft. Sport ist für die Wirtschaft unter verschiedenen Aspekten interessant. Sport ist selbst ein Wirtschaftssegment. Für Unternehmen bietet Sport die Möglichkeit, sich selbst und die eigenen Produkte zu präsentieren und bekannt zu machen. Die Wissenschaft kann mit dem Forschungsfeld Sport den Sport sicherer, effektiver, attraktiver und ihn für ein größeres Spektrum von Nutzern interessant machen und damit weitere Märkte erschließen. Wissenschaftliche Erkenntnisse lassen sich auf Sportprodukte übertragen. In diesem Zusammenhang verwies Prof. Dr. Brüggemann auf die aktuellen wissenschaftlich basierten und wirtschaftlich hoch interessanten Entwicklungen zur Individualisierung von Sportbekleidung, insbesondere Schuhwerk. „In NRW besteht bereits eine hocheffektive Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft“, so die Einschätzung seitens Prof. Brüggemann.

Axel Meyer und Kai Bockelmann, beide in führenden Positionen für den Insurance Broker Aon Jauch & Hübener tätig, führten das Publikum hinter die Kulissen der Fußball-WM 2006. Dabei ging es um Aspekte wie den Aufbau und den Ablauf der WM-Organisation, um WM-Sponsoren, Haupteinnahmearten der WM und die erwarteten Umsätze des WM Organisationskomitees Deutschland –schätzungsweise 430 Millionen Euro –. „Was wird bei der FIFA Fußball-WM Deutschland 2006 alles versichert“, war eine weitere zentrale Frage. Hier reicht das Spektrum von „A“ wie Ausfallversicherung bis „Z“ wie Zuschauerversicherung. Abgedeckt werden vielfältige Risiken wie beispielsweise Haftung, Sach- und Marktrisiken.

Die Firma KYOCERA MITA Deutschland GmbH ist Sponsor der Fußballmannschaft Borussia Mönchen Gladbach. Zu der Frage, „welchen wirtschaftlichen Nutzen bietet Fußballsponsoring“, referierte der Direktor Marketing, Oliver Kreth. KYOCERA MITA hat seinen Hauptsitz in Kyoto. Die Produktsegmente teilen sich in die Gruppen elektronische Gebrauchsgüter (Drucker und multifunktionale Kopiersysteme), Feinkeramik-Komponenten und Elektronik-Komponenten auf. Die Deutschland GmbH betreibt Vertrieb, Marketing und Service für die Drucker und Kopiersysteme. Mit dem Ziel, die Marke bekannt zu machen und dem Verbraucher mitzuteilen, wer KYOCERA ist, entschied sich das Unternehmen nach entsprechender Marktforschung für das Fußballsponsoring. 2005 startete KYOCERA MITA mit dem Sponsoring. Im selben Jahr war ein Umsatzschub zu verzeichnen, die Entwicklung der Marktanteile zeigte ebenfalls einen Aufwärtstrend, der Gewinn konnte außerordentlich gesteigert werden. „Inwieweit dieses Ergebnis auf das Sponsoring zurückzuführen ist, lässt sich nur schwer bestimmen“, so die Einschränkung von Oliver Kreth.

 

 

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