Kultur und Austausch

Etegami-Workshops des Japanischen Generalkonsulats

Am Freitag, dem 28. November 2008, und am Donnerstag, dem 4. Dezember 2008, führte das Japanische Generalkonsulat in Düsseldorf und in Duisburg mehrere Workshops in der japanischen Kunst des Etegami durch, die sich derzeit in Japan großer Beliebtheit erfreut. Mit diesen Veranstaltungen wollte man deutschen Jugendlichen und anderen an Japan interessierten Personen eine typisch japanische Kunstform näher bringen, die einen Einblick in die japanische Kultur und Denkweise ermöglicht und ohne große Vorkenntnisse ausgeübt werden kann.


Links: Generalkonsul Shin MARUO (Japanisches Generalkonsulat) mit Shigeko HARA, Kaoru MATSUO und Christa KAYSER-HÖLSCHER (Cecilien-Gymnasium); rechts: Einige während des Workshops erstellte Etegami
© Japanisches Generalkonsulat Düsseldorf

Der Begriff Etegami setzt sich aus den Schriftzeichen für "Bild, Malerei" (e) und "Brief" (tegami) zusammen und bezeichnet eine bestimmte Art von Grußkarte, bei der meist Motive der jeweiligen Jahreszeit (z.B. Pflanzen, Obst, Gemüse) mit Pinsel, Tusche und Farbe auf besonders saugfähiges Papier gezeichnet und mit einem kurzen, pinselschriftlichen Gruß an den Adressaten versehen werden, ehe man die Karte - ein kleines, handgefertigtes Original - per Post an die entsprechende Person verschickt.

Durch die Kombination aus Pinselzeichnung und Gruß wird das Etegami zu einem ausdrucksstarken und sehr persönlichen Kommunikationsmittel. Dabei liegt der Schwerpunkt darauf, die individuellen Gefühle und guten Wünsche des Absenders an den Empfänger zu übermitteln; Perfektion oder die Erstellung einer besonders kunstvollen Zeichnung stehen hingegen nicht im Vordergrund.


Links: Shigeko HARA mit der Japanischlehrerin Dr. Stania SAITO (Cecilien-Gymnasium);
rechts: Shigeko HARA beim Erstellen eines Etegami
© Japanisches Generalkonsulat Düsseldorf

Als Leiterin aller Workshops fungierte die anerkannte Etegami-Lehrerin Shigeko HARA aus der Präfektur Fukuoka in Japan, die seit 15 Jahren Etegami praktiziert. Sie war extra zur Vermittlung dieser Kunstform aus Japan nach Deutschland angereist. Frau Hara ist zugleich Stellvertretende Vorsitzende der Aoba no Kai aus Fukuoka, einer von Betroffenen und ihren Angehörigen gegründeten Selbsthilfe-Vereinigung für Krebskranke, die die positive Wirkung von Etegami bei der Therapie festgestellt hat. Begleitet wurde Frau Hara von Tomoko MATSUO, der Vorsitzenden der Aoba no Kai, sowie von ihrer Tochter Kaoru MATSUO, die als Japanischlehrerin am Steinbart-Gymnasium in Duisburg tätig ist und die Workshops initiiert hatte.


Schülerinnen und Schüler des Cecilien-Gymnasiums beim Erstellen ihres ersten Etegami
© Japanisches Generalkonsulat Düsseldorf

Die ersten beiden Workshops fanden am Vormittag des 28. November 2008 (Freitag) im Cecilien-Gymnasium in Düsseldorf-Niederkassel statt, das für sein umfangreiches Angebot an Japanischkursen bekannt ist. Insgesamt 45 Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klasse, die erst seit wenigen Monaten Japanisch lernen, nahmen mit großer Begeisterung an den Kursen statt und fertigten jeweils innerhalb von 90 Minuten zwei entsprechende Grußkarten an.

Frau Christa Kayser-Hölscher, die Direktorin des Cecilien-Gymnasiums, und der japanische Generalkonsul Shin MARUO ließen es sich nicht nehmen, die Schüler zu Beginn der Veranstaltung persönlich zu begrüßen.


Links: Teilnehmer und Lehrer des zweiten Workshops im Cecilien-Gymnasium;
rechts: Christa KAYSER-HÖLSCHER mit Tomoko MATSUO (Aoba no Kai, Fukuoka)
© Japanisches Generalkonsulat Düsseldorf

Am Nachmittag des 28. November 2008 kamen fast 20 Lehrerinnen und Lehrer aus Düsseldorf und Umgebung ins Japanische Generalkonsulat, um dort in einem weiteren Workshop zwei Stunden lang von Frau Hara in der Kunst des Etegami unterrichtet zu werden. Es handelte sich dabei sowohl um Kunstlehrer als auch um Japanischlehrer und Leiter von Japan-AGs.

Wie schon im Cecilien-Gymnasium wurde auch hier als erstes Bildmotiv eine Paprika gewählt. Es war überraschend zu sehen, welche unterschiedlichen Sichtweisen und persönlichen Eindrücke in die Erstellung des Etegami einflossen. Das zweite Bildmotiv konnten die Teilnehmer frei wählen; die Palette reichte von Gemüse, Früchten, Blumen und Blättern über Gegenstände des täglichen Gebrauchs bis hin zu Weihnachtsmotiven und Glücksbringern.


Teilnehmerinnen des Workshops für Lehrer im Japanischen Generalkonsulat mit Shigeko HARA
© Japanisches Generalkonsulat Düsseldorf

Abschließend wurden zwei weitere Workshops am Nachmittag des 4. Dezember 2008 am Steinbart-Gymnasium in Duisburg durchgeführt, an dem es ebenfalls mehrere Japanischkurse für Jugendliche gibt. Die Begrüßung der Kursteilnehmer übernahm diesmal Vizekonsul Wataru Okuma als Vertreter des Japanischen Generalkonsulats der Leiter der Kulturabteilung.


Links: Shigeko HARA und Kaoru MATSUO; rechts: erste Übungen mit dem Pinsel im Steinbart-Gymnasium
© Japanisches Generalkonsulat Düsseldorf

In der ersten Gruppen waren 28 Personen (25 Schüler, die am Steinbart-Gymnasium Japanisch lernen, sowie drei Austauschschüler aus Frankreich), am zweiten Workshop nahmen 13 Personen teil (ein Erziehungsberechtigter, sechs Lehrer, drei Personen von außerhalb sowie drei Austauschschüler aus Japan, Australien und Kolumbien).


Links: Workshop-Teilnehmer im Steinbart-Gymnasium; rechts: Etegami-Werke
© Japanisches Generalkonsulat Düsseldorf

Alle Veranstaltungen waren sehr erfolgreich und bereiteten den Teilnehmern viel Freude.

Für ihr großes Engagement und die gute Zusammenarbeit bedanken wir uns sehr herzlich bei der Etegami-Lehrerin und Workshop-Leiterin Shigeko HARA sowie bei Tomoko MATSUO und Kaoru MATSUO.

 

 

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